…vor 85 Jahren – 3.8.1941:
In Münster hält Bischof von Galen eine Predigt, in der er den Mord an zehntausenden Kranken und Pyschiatrisierten im Rahmen der Aktion T4 („Euthanasie“) anprangert. Der Text der Predigt verbreitet sich rasch im Deutschen Reich und sorgt in Teilen der Bevölkerung für Unruhe. Die deutsche Regierung lässt daraufhin am 24.8. den Betrieb der Gaskammern und Krematorien in den Pflegeanstalten einstellen. ÄrztInnen und Pflegekräfte setzen jedoch die systematische Ermordung von als „erbkrank“ definierten Personen dezentral durch Nahrungsentzug und Gift bis 1945 fort (vgl. 20.1.1944).
…vor 104 Jahren – 3.8.1922:
In Berlin stirbt die Pazifistin und Frauenrechtlerin Minna Cauer. Sie hatte in bürgerlichen Verbänden für die Durchsetzung des Frauenwahlrechts gekämpft, später dann aber doch auf fortschrittlichere Kräfte gesetzt; im Deutschen Reich wurde das aktive und passive Wahlrecht für Frauen am 30.11.1918 verfügt.
…vor 112 Jahren – 3.8.1914:
Fraktionssitzung der SPD im Reichstag. Der Vorstand argumentiert erregt, aus allerlei Gründen müsste die SPD den internationalistischen Friedenskurs verlassen und für die Kriegskredite der Regierung stimmen. Nur 14 Abgeordnete stimmen gegen ihn: Albrecht, Antrick, Bock, Geyer, Haase, Henke, Herzfeld, Kunert, Ledebour, Lensch, Liebknecht, Peirotes, Rühle und Vogtherr (vgl. 4.8.1914).
…vor 191 Jahren – 3.8.1835:
Nach dem Fest zum königlichen Geburtstag haben Berliner Bürger_innen wie in den Jahren vorher Spaß mit Feuerwerk. In diesem Jahr allerdings versuchen Militär und Polizei wie später ihre Bengalos verfolgenden Kolleg_innen in der BRD, das Hantieren mit Feuer zu unterdrücken. Die resultierende Straßenschlacht („Feuerwerksrevolution“) kann erst am 5.8. niedergeschlagen werden, mindestens 100 Menschen werden schwer verwundet, zwei der Aufrührer sterben.
Wir sammeln Jahrestage entweder mit Bezug auf Heidelberg oder von generellem Interesse für linksorientierte Menschen. Rohdateien pflegen wir in einem subversion Repository getrennt nach Themen (d.h., wer will, kann den Heidelberg-Kram auch ignorieren und nur die linken Sachen haben). Wir freuen uns, wenn Menschen mitsammeln wollen und geben dazu gerne Schreibrechte.