…vor 60 Jahren – 9.3.1966:
In Münster stirbt der Mediziner Ferdinand Adalbert Kehrer als Emeritus und mit dem großen Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet. Kehrer hatte im ersten Weltkrieg traumatisierte Soldaten durch Elektroschocks und Dauermarschieren therapiert – Zitat von 1917: „Sicherlich wohl die unmittelbarste, straffste und tiefgehendste Form der Einwirkung auf den Willen stellt die Methode des Gewalt- oder Zwangsexerzierens dar. Was wir [vorher] über viele Tage oder Wochen vielleicht bis zu vollem Erfolge erreichen, leistet das Gewaltexerzieren in Minuten bis höchstens Stunden.“ Später betrieb er massiv Euthanasieprogramme und war ärztlicher Beisitzer am Erbgesundheitsobergericht in Hamm.
…vor 3 Jahren – 9.3.2023:
Senat wie Universitätsrat wählen Frauke Melchior zur Rektorin der Universität Heidelberg. Sie ist die zweite Amtsinhaberin unter 749 vorherigen AmtsinhaberInnen (vgl. 22.2.1966).
…vor 93 Jahren – 9.3.1933:
Ein aus Männern von SA, SS und Stahlhelm zusammengesetzter Trupp hisst auf den Gebäuden der Universität Heidelberg Hakenkreuzfahnen. Während Alfred Weber als Direktor des Instituts für Sozial- und Staatswissenschaften die Fahne vom Hausmeister entfernen lässt, begnügt sich Rektor Andreas mit der Verlesung einer reservierten Erklärung (sechs Wochen später bittet er das Kultusministerium bereits um eine NS-Wachabteilung).
…vor 93 Jahren – 9.3.1933:
Der Heidelberger Polizeidirektor Heinrich Athenstädt wird beurlaubt.
…vor 116 Jahren – 9.3.1910:
General William Booth spricht in der Heilsarmee Heidelberg über „Die Heilsarmee und das Geheimnis ihrer Erfolge“.
…vor 187 Jahren – 9.3.1839:
Im „Preußischen Regulativ“ verbietet die Regierung Fabrikarbeit von Kindern unter neun Jahren. Das Gesetz gilt als erster Schritt zur Kinderschutzgesetzgebung in deutschen Ländern.
Wir sammeln Jahrestage entweder mit Bezug auf Heidelberg oder von generellem Interesse für linksorientierte Menschen. Rohdateien pflegen wir in einem subversion Repository getrennt nach Themen (d.h., wer will, kann den Heidelberg-Kram auch ignorieren und nur die linken Sachen haben). Wir freuen uns, wenn Menschen mitsammeln wollen und geben dazu gerne Schreibrechte.