Dienstag, 26.10.

  • 20.00 Uhr
    [M]Emil-Julius-Gumbelraum, Karlstorbahnhof

    Vortrag "100 Jahre Antifa"

    Im Jahr 1921 fanden sich unter dem Namen "Arditi del Popolo" in Italien erstmals Antifaschist*innen zusammen, um militant gegen die faschistischen "Schwarzhemden" Mussolinis vorzugehen.

    In Deutschland wurden im Kontext des Aufschwungs der NSDAP proletarische Abwehrorganisationen wie der Rote Frontkämpferbund (1924) oder der Kampfbund gegen den Faschismus (1930) gegründet. 1932 rief die Kommunistische Partei Deutschlands schließlich die Antifaschistische Aktion ins Leben.

    Die "Arditi del Popolo" markierten also den Startpunkt der 100-jährigen Geschichte linken Widerstandes gegen faschistische Strömungen weltweit.

    Der Vortrag beleuchtet die Geschichte und Kontinuitäten antifaschistischer Kämpfe von 1921 bis heute.

    Eine Veranstaltung der AIHD/iL im Rahmen des Antifaschistischen Semesterstarts.

    Es gilt die 3G-Regel.

Donnerstag, 28.10.

  • 16.30 Uhr
    Alte PH, Keplerstraße 87

    Kundgebung: 50 Jahre Berufsverbote

    Am 28. Januar 1972 verabschiedeten die Ministerpräsidenten der Länder unter Vorsitz von Willy Brandt den „Extremistenbeschluss“ oder sogenannten Radikalenerlass. Grundlage bildete die aus der Nazizeit übernommene „Gewährbieteklausel“ in den deutschen Beamtengesetzen, die beim bloßen Verdacht einer „falschen Gesinnung“ die Entfernung aus dem Öffentlichen Dienst ermöglichte.

    In den folgenden Jahren wurden ca. 3,5 Millionen Bewerber*innen für Berufe im öffentlichen Dienst überprüft. Der Verfassungsschutz erhielt den Auftrag zu entscheiden, wer als „Radikaler“, als „Extremist“ oder als „Verfassungsfeind“ zu gelten hatte. Personen, die „nicht die Gewähr bieten, jederzeit für die freiheitlich-demokratische Grundordnung einzutreten“, wurden erst gar nicht eingestellt oder aus dem öffentlichen Dienst entfernt.

    Die Überprüfungen führten bundesweit zu etwa 11.000 Berufsverbotsverfahren, 2.200 Disziplinarverfahren, 1.256 Ablehnungen von Bewerbungen und 265 Entlassungen. Betroffen waren Kommunist*innen, andere Linke bis hin zu SPD-nahen Studierendenverbänden, der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes VVN-BdA und Gewerkschafter*innen.

    Mitglieder und Sympathisant*innen rechter Parteien und Gruppierungen wurden dagegen im öffentlichen Dienst geduldet und bei Bewerbungen fast nie abgelehnt. Baden-Württemberg bildete eine besonders unrühmliches Zentrum der Berufsverbote.

    „Berufsverbote-Hochburg“ war die Pädagogische Hochschule (PH) Heidelberg. Bei den meisten der dort rund 50 abgelehnten Lehrerinnen und Lehrer erfolgte dies mit der Begründung „Kandidatur für linke Hochschulgruppen“; aber auch Teilnahme an einer Demonstration gegen Fahrpreiserhöhungen oder wie bei Hornung die bloße Unterschrift unter eine Protesterklärung gegen den „Schieß-Erlass“ – der baden-württembergischen Variante des Ministerpräsidentenerlasses von 1972, benannt nach dem damaligen CDU-Innenminister Karl Schieß, unter den Nazis als „Hakenkreuz-Karle“ bekannt.

    Der Radikalenerlass war der Auftakt für eine beispiellose Hetzjagd gegen Linke. Ungezählte berufliche und private Biographien wurden zerstört und ein Klima der Einschüchterung und des Duckmäusertums verbreitet.

    Heute, 50 Jahre später, warten die Betroffenen noch immer vergeblich auf eine Rehabilitierung. Die gesetzlichen Grundlagen für Berufsverbote bestehen nach wie vor fort.

    Deshalb fordern wir:

    • Die Baden-württembergische Regierung muss sich für das begangene Unrecht entschuldigen und die Betroffenen endlich rehabilitieren und entschädigen!
    • Jedem Versuch, einen neuen Radikalenerlass zu etablieren - auch unter dem durchsichtigen Vorwand, diesmal gegen Rechts vorgehen zu wollen - ist eine klare Absage zu erteilen.
    • Die gesetzlichen Grundlagen für Gesinnungsschnüffelei und politische Repression müssen aus den Beamtengesetzen gestrichen werden!
    Veranstalter:
    „Initiativgruppe 50 Jahre Radikalenerlass“

Montag, 01.11.

  • 14.00 Uhr
    Bergfriedhof Heidelberg

    Gedenken an die ermordeten WiderstandskämpferInnen

    Alljährlich zum 1. November rufen VVN-BdA und DGB zum Gedenken am Mahnmal für die Opfer des Faschismus auf dem Bergfriedhof auf. Dort wird mit Redebeiträgen an die vom NS-Regime ermordeten WiderstandskämpferInnen erinnert. Treffpunkt ist um 13.45 Uhr vor dem Krematorium auf dem Bergfriedhof, um von dort gemeinsam zum Mahnmal zu gehen.

    Seit der Einweihung 1950 liegen hier vor allem Mitglieder der Lechleiter-Gruppe, AntifaschistInnen aus Heidelberg und Mannheim. Insgesamt wurden 27 Hingerichtete und zu Tode gequälte Frauen und Männer, auch aus dem Elsass und der Tschechischen Republik, an dieser Stelle bestattet.

    Die Hauptrede hält Marco Brenneisen (wiss. Leiter der KZ-Gedenkstätte in MA-Sandhofen) zum Thema "Sklaven für den Endsieg. Die Allgegenwart ausländischer Zwangsarbeiter*innen in der Rhein-Neckar-Region".

    Veranstaltet von der VVN-BdA Heidelberg und dem DGB Heidelberg Rhein-Neckar.

Dienstag, 02.11.

  • 16.00 Uhr
    Treffpunkt: Ecke Hauptstr./Theaterstr.

    Antifa-Stadtrundgang "Heidelberg im Nationalsozialismus"

    Am Dienstag, 2. November 2021 veranstaltet die gew Nordbaden mit der VVN-BdA den Antifaschistischen Stadtrundgang „Heidelberg im Nationalsozialismus – Verfolgung und Widerstand“, der sich besonders an Studierende richtet, aber auch für andere Interessierte offen ist. Treffpunkt ist um 16.00 Uhr an der Ecke Theaterstraße/Hauptstraße.

    Der Stadtrundgang durch die Heidelberger Altstadt bietet einen Überblick über den Nationalsozialismus in Heidelberg von seinem frühen Erstarken in der Weimarer Republik bis hin zur Befreiung und verweist auch auf die Nachwirkungen in der frühen BRD. An verschiedenen historischen Orten wird an TäterInnen und Opfer erinnert, aber auch an Menschen, die es gewagt haben, Widerstand zu leisten.

    Es gelten die pandemiebedingten Regeln. Bitte mit Voranmeldung bei luca.schirmer(at)gew-bw(dot)de