Franz Kafka: In der Strafkolonie

    soziales  unimut 

    Mittwoch, 12.12.2007
    21.30 Uhr
    hr2

    Ein angesehener Forschungsreisender erhält die Einladung, an einer öffentlichen Exekution teilzunehmen, um einen Einblick in das Rechtssystem der Strafkolonie zu erhalten. Der dort herrschenden Rechtsordnung folgend, wird dem Angeklagten vor der Hinrichtung weder die Möglichkeit gegeben sich zu verteidigen, noch verkündet man ihm vor der Vollstreckung das Urteil.

    In der Strafkolonie herrscht der Grundsatz: »Die Schuld ist immer zweifellos.« Eine Apparatur führt den Hinrichtungsprozess durch, indem sie dem Verurteilten das Gebot, das er übertreten hat, in die Haut einritzt. Nach dieser Folter durchsticht eine besonders lange Nadel den Kopf des Verurteilten.

    Nach einer Lesung der Erzählung im November 1916 bezeichneten die Rezensionen den Text als »abstoßend« und Kafka als »Lüstling des Entsetzens«. Für Kafka selbst stellte er jedoch einen Höhepunkt seines Schaffens dar: »Gott weiß, wie tief ich auf diesem Weg gekommen wäre, wenn ich weitergeschrieben hätte [...].«

    Mit Peter Simonischek.

    Regie: Ulrich Gerhardt

    BR 2007 / 73 Min.

    Langtexte kommen meist von den VeranstalterInnen. Das Sozialforum ist hier nur Bote.