„Ich bin Deutschland – aber du nicht!“ - auf den Spuren von Nationalismus und „Wir“-Definition

    Montag, 16.09.2013
    19.00 Uhr
    Café Filsbach Mannheim

    Freitag, 20. September 2013 „Ich bin Deutschland – aber du nicht!“ - auf den Spuren von Nationalismus und „Wir“-Definition 19 Uhr im Café Filsbach Mannheim

    Anfang Mai 2013 veranstaltete die FDP ihren Bundesparteitag unter dem Titel „Deutschland geht es gut“. Mit diesem Slogan soll Wahlkampf und Mehrheiten gewonnen werden, indem an das nationale „Wir“ appelliert wird, dem es eigentlich gut gehe und am besten wenn die Koalition an der Regierung bleibt. Kritiker aus anderen Parteien werfen der FDP nicht die Unterstellung eines nationalen Kollektivs vor, sondern nur den Inhalt der Politik, die ihrer Meinung nach eben nicht das Wohlergehen dieses Kollektivs nach sich ziehe. Die Existenz eines nationalen Kollektivs ist allgemein akzeptiert. Wieso aber verstehen sich Menschen, die sich nie vorher gesehen haben als Teil desselben nationalen „Wir“, also derselben Nation, deren Erfolge und Wohlergehen sie anspricht? Die Identifikation mit der „eigenen“ Nation, allgemein die Zuordnung zu unterschiedlichen Nationen und die damit verbundene Parteinahme für die eigene Nation in Form von Nationalismus werden in der Gesellschaft als Selbstverständlichkeit beziehungsweise Natürlichkeit verstanden. Verstärkend wirken Schule, Ausbildung und Uni, wo Begeisterung und auch Stolz auf den eigenen Pass, sofern dieser deutsch ist, beigebracht werden oder Kampagnen wie „‚Unser Deutschland‘: Eine Liebeserklärung in 180 Stickern“ von Rewe/Penny. In Abgrenzung gegen ärmere EU-Länder, für die Deutschland den Zahlmeister spiele, findet der öffentliche Nationalismus aktuelle Betätigungsfelder. Auch im Alltag ist das Konzept der nationalen Identität und der daraus resultierende Nationalismus fest verankert und jederzeit abrufbar. Besonders in Krisenzeiten sind zur Versicherung der „eigenen“ nationalen Identität verstärkt Mobilisierungen gegen andere Nationen und ihre Mitglieder und damit für die eigene Nation zu beobachten, wie etwa in jüngster Zeit gegen angeblich „faule Griechen“, die den Euro ruinieren würden. Aber warum ist Nationalismus so stark verankert und welche möglichen Funktionen erfüllt er? In dieser Veranstaltung soll den Gründen für die starke Verankerung des Nationalismus nachgegangen und nach seine Funktionen in der bürgerlich-kapitalistischen Gesellschaft untersucht werden. Es soll gezeigt werden, dass Nationalismus keine Übertreibung oder vereinzelte Position ist, sondern notwendiger Bestandteil innerhalb dieser Gesellschaft und des Staates für ihr Funktionieren der, auch die darin lebenden Subjekte auch subjektiv anspricht und einschließt.

    Langtexte kommen meist von den VeranstalterInnen. Das Sozialforum ist hier nur Bote.