Lesung und Diskussion: "Harpal Brar: Imperialismus im 21. Jahrhundert"

    unimut 

    Dienstag, 19.03.2002
    20.00 Uhr
    Emil-Julius-Gumbelraum, Karlstorbahnhof

    Die "globalisierungskritische" Bewegung ist in den letzten Jahren erfreulich angewachsen. Sie wendet sich vor allem gegen die Macht der transnational operierender Finanzinstitutionen und Konzerne und betont die zentrale Rolle des Weltmarkts für die Schaffung von Armut, Herrschaft und Ungleichheit.

    Doch während bereits vom Ende der Nationalstaaten geredet wird, zeigen die letzten Kriege der USA und ihrer Verbündeten die ungebrochen zentrale Bedeutung des "imperialen" Staates und seiner militärische Macht beim Ausbau ihrer politischen wie ökonomischen Vormachtstellung in der Welt. Ist "Globalisierung" daher wirklich ein grundlegend neues Phänomen, das nach neuen Gesetzen funktioniert und eine völlig neue Herangehensweise erfordert, oder doch nur Ausdruck bekannter kapitalistischer Triebkräfte in moderner Form?

    Harpal Brar, Autor des bei Pahl-Rugenstein erschienen Buches "Imperialismus im 21. Jahrhundert" versucht anhand vieler Quellen nachzuweisen, dass die von Lenin 1916 vorgestellte Theorie über den Imperialismus an Aktualität keineswegs verloren hat. Diese geht u.a. von einer engen Verschmelzung der großen Konzerne und Banken mit den Staaten, in der sie ihre Basis haben, aus und leitet die Rücksichtslosigkeit und Aggressivität dieser imperialistischen Staaten aus der inneren Dynamik kapitalistischer, profitorientierter Produktion ab.

    Dies wirft im Anschluss u.a. Fragen nach der prinzipiellen Reformierbarkeit und Friedensfähigkeit dieser Staaten und der angemessenen langfristigen Orientierung einer weltweiten Bewegung gegen Armut, Krieg und Ungerechtigkeit auf.

    Im Anschluß an die Vorstellung seines Buches, geht Harpal Brar auch auf aktuelle Entwicklungen ein.

    Harpal Brar geboren in Indien und war bis 1996 Professor für internationales Privatrecht an der Universität von Westminster in London.

    Veranstalter: Cuba Solidarität Heidelberg

    Langtexte kommen meist von den VeranstalterInnen. Das Sozialforum ist hier nur Bote.