Kundgebung mit Musik zur Rettung der Fachberatungsstelle für Essstörungen im Frauengesundheitszentrum Heidelberg

    unimut 

    Dienstag, 15.03.2005
    18.00 Uhr
    Anatomieplatz

    Die VeranstalterInnen (FGZ HD) schreiben:

    Die Gemeinderatsfraktionen der SPD und CDU haben eine teilweise

    Streichung der Zuschüsse für das FrauenGesundheitsZentrum (FGZ) bis zu 50 % eingebracht. Diese Maßnahme bedeutet die sofortige Schließung der einzigen niederschwelligen Fachberatungsstelle zu Essstörungen in der Region. Nach einer Studie der Universität Jena ist mittlerweile jede dritte Schülerin gefährdet, eine Essstörung zu entwickeln oder leidet bereits daran. Ca. 100 000 (2 %) Mädchen und Frauen leiden unter Magersucht, ca. 600 000 (4 %) unter Bulimie. Beide Formen der Essstörungen betreffen zu 95 bis 97% Frauen und Mädchen. Ca. 20 % Kinder und Jugendliche (Mädchen und Jungen) gelten als übergewichtig, über die Hälfte aller Erwachsenen sind übergewichtig, davon gelten ca 20 % als adipös (BMI über 30). Chronische Formen der Essstörungen können zu lebenslangen Gesundheitsschäden, Arbeitsunfähigkeit und nicht zuletzt hohen Folgekosten führen. Essstörungen haben eine gute Prognose, wenn sie rechtzeitig erkannt und behandelt werden. (Quellen: K. Aschenbrenner, Univ. Jena, 2001; G. Reich und M. Cierpka, 1997; Gesundheitsberichterstattung des Bundes, Robert-Koch-Institut, Heft 16, 2003 - das sind die aktuellsten Daten).

    Es besteht eine Kooperation des Internetprojektes und der E-Mail-Beratung zu Essstörungen des Mädchenhausvereins Heidelberg mit der Fachberatungsstelle für Essstörungen. Das Internetprojekt ist damit nicht mehr an das persönliche Beratungsangebot für Mädchen, Frauen und Angehörige angebunden.

    Die Stadt Heidelberg hat sich auf dem Hintergrund des Beitritts zu dem Netzwerk "Gesunde Städte" zur Verantwortung für Gesundheit und Lebensqualität ihrer Bürgerinnen und Bürger verpflichtet. Einige Schwerpunkte sind die "Förderung von Initiativen und Selbsthilfegruppen zugunsten gesundheitsverträglicher Lebens- und Umweltbedingungen", "Beteiligung der Bevölkerung", "gesündere Kinder in der gesunden Stadt", "Gleichheit der Chancen aller Bewohnerinnen und Bewohner". Die Investition in eine Fachberatungsstelle mit einem niederschwelligen Beratungsangebot entspricht diesen Zielen. Durch die geplanten Streichungen reduziert sich das Haushaltsloch der Stadt von 11.400.000 EUR auf "nur noch" 11.385.275 EUR.

    Wir fordern alle Parteien auf, die geplanten Streichungen zurückzunehmen!

    Langtexte kommen meist von den VeranstalterInnen. Das Sozialforum ist hier nur Bote.