Vortrag: "Unwürdige werden ausgestoßen“ -- Die Aberkennung der Staatsangehörigkeit durch die Nazis auch im Bereich Schwetzingen/Hockenheim

antifa  gew  vortrag 

Mittwoch, 19.03.2014
19.30 Uhr
Palais Hirsch, Schloßplatz Schwetzingen

Thomas Mann schrieb an die Bonner Universität, nachdem man ihm die Ehrendoktorwürde aberkannt hatte, der Zweck des NS-Regimes bestehe einzig darin, „das deutsche Volk unter unerbittlicher Ausschaltung … jeder störenden Gegenregung für den ´kommenden Krieg´ in Form zu bringen, ein grenzenlos willfähriges …, in blinde und fanatische Unwissenheit gebanntes Kriegsinstrument aus ihm zu machen“. Er gehörte wie Heinrich und Erika Mann, wie Brecht, Feuchtwanger, Tucholsky, Einstein und Bloch zu den Künstlern und Persönlichkeiten, die von den Nationalsozialisten ausgebürgert wurden. Noch Jahrzehnte später wurde Willy Brandt vorgehalten, dass er die norwegische Staatsangehörigkeit erworben hatte, nachdem die Nazis ihm die deutsche aberkannt hatten. Damit sollten gerade politische Flüchtlinge „bestraft” werden, die den Nationalsozialismus politisch-ideologisch ablehnten oder bekämpften.

Die Denaturalisation als Form der Ausbürgerung nutzte das Nazi-Regime, um von diesem aus sogenannten rassischen Gründen als „minderwertig” und „unerwünscht” definierte Personen auszuschalten. Vor allem betraf dies Juden. Doch allen ausgebürgerten Exilierten/Emigranten sollten alle menschenwürdigen Lebensmöglichkeiten genommen werden, sie sollten physisch und moralisch vernichtet werden. Die Ausbürgerung wurde oft auf Angehörige ausgeweitet.

Doch nicht nur bekannte Persönlichkeiten wurden ausgebürgert, vielmehr zählten auch eine Reihe Personen aus der hiesigen Region dazu, die aus Schwetzingen, Hockenheim, Ketsch und Reilingen stammten oder dort wohnten. Deren Namen werden bei der Veranstaltung genannt werden, zu eher wenigen von ihnen – wie den Schwetzinger Ohlhausens oder dem Hockenheimer Abraham Adelsberger – liegen bisher nähere Informationen vor.

Veranstalter:
Arbeitskreis freundliches Schwetzingen, ver.di Rhein-Neckar, GEW Rhein-Neckar

Langtexte kommen meist von den VeranstalterInnen. Das Sozialforum ist hier nur Bote.