Menschliche Freiheit und Transzendenz bei Plotin

Donnerstag, 02.02.2017 , 19:00

HS 15, Neue Universität Heidelberg

Langtexte kommen meist von den VeranstalterInnen. Das Sozialforum ist hier nur Bote.

Plotin (205-270 n. Chr.) ist der bedeutendste Philosoph des spätantiken Neuplatonismus. In seinen Schriften, die uns vollständig überliefert sind, begegnet uns ein Denken, dessen synthetische Kraft nur von G.W.F. Hegel wieder erreicht worden ist. Im Vortrag wird es um Plotins Auseinander-setzung mit der menschlichen Freiheit in Enneade VI 8 gehen, die den radikalsten Freiheitsgedanken innerhalb der Antiken Philosophie entwirft. Dabei zeigt sich, dass Plotin die menschliche Freiheit zunächst zwar als die Freiheit des denkenden Bei-sich-selbst-Seins des Geistes begreift.

Dieses Bei-sich-selbst-Sein vermag sich aber nur durch seinen Bezug auf die absolute Transzendenz des vielheitslosen Einen zu begründen, das zugleich der Gegenstand von Plotins negativer Theologie ist. Die höchste Vollendung menschlicher Freiheit besteht für Plotin darum nicht in der positiven Autonomie des Geistes, sondern in dessen negativen eks-tatischen Selbstüberstieg, der sich als Einswerdung mit dem Absoluten vollzieht.

vortrag