S II Forum: Urknall in Genf - Was bringt das größte Physik-Experiment aller Zeiten? Diskussionsrunde

    uni  unimut 

    Freitag, 05.09.2008
    17.05 Uhr
    SWR2 (UKW 88.8)

    Gesprächsleitung: Markus Bohn Es diskutieren: Prof. Gerhard Börner, Astro-Physiker am Max-Planck-Institut für extraterrestrische Physik, Garching; Dr. Rolf Landua, Physiker am CERN mit Spezialgebiet Antimaterie, Genf; Dirk Lorenzen, Astro-Physiker und freier Wissenschaftsjournalist, Hamburg

    Es ist eine weltweit einmalige Rennbahn für Elementarteilchen: 27 Kilometer Umfang hat die ringförmige Anlage des CERN; in 50 bis 175 m Tiefe untertunnelt die High-Tech-Röhre das französisch- schweizerische Grenzgebiet bei Genf; in diesem Tunnel befinden sich 1300 supraleitende Magnetspulen, jede so lang wie ein LKW. Das Ziel: Atomkerne sollen dort in zwei gegenläufigen Strahlen nahezu auf Lichtgeschwindigkeit beschleunigt werden und dann mit solcher Wucht aufeinander prallen, dass Zustände entstehen, wie sie Sekundenbruchteile nach dem Urknall geherrscht haben, also am Anfang von Raum und Zeit vor 14 1/2 Milliarden Jahren. In den Trümmern dieser Kollisionen hoffen die Forscher das geisterhafte Higgs-Teilchen zu finden, jenen letzten Baustein aus dem Standardmodell der Materie, der bislang noch nicht nachgewiesen werden konnte. Die Experimente am Large Hadron Collider LHC könnten also endlich beweisen, dass die fundamentalen Theorien der Astro- und Atomphysik richtig sind. Sie könnten unser bisheriges Weltbild aber auch aus den Angeln heben. Sind wir damit an den Grenzen menschlicher Erkenntnisfähigkeit angelangt?

    Langtexte kommen meist von den VeranstalterInnen. Das Sozialforum ist hier nur Bote.