Autoritäre oder tolerante Erziehung? Der Streit um eine zeitgemäße Pädagogik Wiederholung einer Sendung vom 20. April 1968 im Südwestfunk

    uni  unimut 

    Mittwoch, 22.04.2009
    17.05 Uhr
    SWR2 (UKW 88.8)

    1968: Autoritäre oder tolerante Erziehung? Der Streit um eine zeitgemäße Pädagogik Es diskutieren: Prof. Dr. Helge Pross, Soziologin; Prof. Dr. Peter Fürstenau, Sozialpsychologe; Dr. Tilmann Moser, Psychoanalytiker Moderation: Karl W. Bötticher

    Die einen forderten Gehorsam, Anpassung, Unterordnung - von Kindern. Die anderen wollten, dass sie argumentieren lernen. "Gehorsam oder Kritik" - die Alternative "autoritäre oder tolerante Erziehung" wurde in der Bundesrepublik als ideologischer Grundsatzstreit diskutiert. Sollen Kinder zu selbständigem Denken erzogen werden? Oder sollen Eltern sie vor allem zu "ordentlichen Mitgliedern der Gesellschaft formen", wie der damalige Moderator in das Thema einführte? Der Aufbruch der 60er Jahre spielte auch in der Pädagogik eine wichtige Rolle, die Protest-Kultur reichte bis in die Kinderzimmer. In der Debatte über Methoden und Ziele der Erziehung - anti-autoritär oder autoritär - wurde zugleich der Umgang mit der NS-Vergangenheit thematisiert: die autoritäre Tradition in Deutschland, inklusive Prügelstrafe. Brisant an dieser Sendung ist auch ihr Datum: wenige Tage nach dem Attentat auf Rudi Dutschke und kurz vor den Studenten-Unruhen in Paris.

    Langtexte kommen meist von den VeranstalterInnen. Das Sozialforum ist hier nur Bote.