Workshop im Rahmen des festival contre le racisme: "Vom Eigentor, seiner Nation anzuhängen – Kritik des Fussballnationalismus", mit In bester Gesellschaft und den Falken Stuttgart

    antira  politik 

    Samstag, 11.06.2016
    15.00 Uhr
    Zep (Zeppelinstraße 1)

    Workshop mit "In bester Gesellschaft" und "Falken Stuttgart", 15:00-18:00

    Patriotismus als Party, nationale Emphase nicht als Faschismus, sondern als Fasching: So feiert ein Volk gerne, so lieben die Politiker ihr ansonsten ewig nörgelndes Volk. Eine Nation erhebt sich über ihren Alltag und dreht durch. Sie genießt nicht nur ihren nationalen Rausch, sondern ist darauf auch noch stolz, lässt die Grenzen von Sein und Suff verschwimmen und sieht sich zu Höherem befähigt und berufen. „Deutschland vor, noch ein Tor“, tönt es von nah und fern.

    Dass diese Art Feier des Nationalismus eine Ausnahme ist, erscheint augenscheinlich – und als eine solche Ausnahme ist sie sich auch der linken Kritik sicher: Immer im Übergang zu „dunklen Zeiten“ sei die Feierei in Schwarz-rot-geil und erfolgreiche Projekte wie Schland-watch üben sich darin, die faschistischen Haare in der ansonsten patriotischdemokratischen Suppe zu finden.

    Das Phänomen des Fußball-Patrioten soll in diesem Workshop als Ausgangspunkt dafür genommen werden, sich einmal Grundsätzliches zum Nationalismus klar zu machen. Denn wenn alle zwei bzw. vier Jahre mit Hilfe der nationalen Fussballvereine die große Feier in Nationalfarben ausbrechen kann, dann wohl nur, weil diese Sorte unbefangener Einstellung zur eigenen Nation auch im Alltag praktiziert wird – und deshalb Linke an der Sache vorbei kritisieren, die nur an Festtagen die Liebe zur Nation ihrer Mitbürger bemerken.

    Im Workshop soll es also darum gehen: Was ist Nationalismus? Warum ist er schädlich für die Nationalisten selbst wie für andere? Warum erkennen Linke Nationalismus zumeist erst dann, wenn er ihnen Fahnenschwenkend begegnet?

    Weitere Infos zum Festival: https://contreleracismehd.wordpress.com/

    Langtexte kommen meist von den VeranstalterInnen. Das Sozialforum ist hier nur Bote.