„Jemen – der vergessene Krieg” mit Jacqueline Andres

Mittwoch, 08.11.2017 , 20:00

Volkshochschule, Bergheimer Str. 76 [Karte]

Langtexte kommen meist von den VeranstalterInnen. Das Sozialforum ist hier nur Bote.

Weitgehend unbeobachtet von der Öffentlichkeit tobt im Jemen ein verheerender Krieg. Seit März 2015 greift ein von Saudi Arabien geführtes Militärbündnis mit westlicher Unterstützung in den dor tigen Bürgerkrieg ein und riegelt das Land mit einer Handelsblockade ab. Die saudischen Luftangriffe werden von den USA, Frankreich und Großbritannien unterstützt. Saudi Arabien und die übrigen Golfstaaten gehören auch zu den wichtigsten Empfänger deutscher Waffenlieferungen.

Die humanitäre Situation in dem zuvor schon bitterarmen arabischen Land ist katastrophal. Seit zwei Jahren wird das Land blockiert, viele Familien bekommen keinen Strom, kein Trinkwasser, keine Nahrung und keine Medikamente mehr. In der Folge breitete sich u.A. die schlimmste Cholera-Epidemie aus, die je dokumentiert wurde. Mehr als 600.000 Menschen im Bürgerkriegsland Jemen sind bereits erkrankt.

20 von 27 Millionen Jemeniten sind völlig auf Hilfe von außen angewiesen, Millionen hungern, alle 10 Minuten stirbt laut UNICEF ein Kind einen vermeidbaren Tod, über 3.000 jeden Monat. Über 2 Millionen Einwohner sind zu Flüchtlingen im eigenen Land geworden. Viele versuchen, auch ins Ausland zu fliehen, aber das ist gefährlich und teuer.

Trotz wachsender internationaler Kritik an den verheerenden saudischen Luftangriffen auf jemenitische Städte wie auch an der nicht weniger mörderischen Handelsblockade halten die westlichen Staaten an der Unterstützung ihrer Verbündeten am Golf fest und die deutsche Regierung genehmigt weiter Waffenlieferung in Milliardenhöhe.

Warum dies so ist und welche Mitverantwortung dadurch Deutschland am Elend im Jemen trägt, zählt zu den zentralen Fragen, die in der Veranstaltung diskutiert werden sollen. Jacqueline zählt zu den zentralen Fragen, die in der Veranstaltung diskutiert werden sollen. Jacqueline Andres wird dazu zunächst auf die historisch gewachsenen Konfliktlinien in Jemen eingehen und anschließend auf die involvierten Akteure und ihre geopolitischen und wirtschaftlichen Interessen.

Jacqueline Andres, MA, arbeitet für die Informationsstelle Militarisierung e.V. in Tübingen. Sie beschäftigt sich u.a. mit westlichen Militärstützpunkten am Mittelmeer und der Abschottungspolitik der Europäischen Union gegen Flüchtlinge. Sie verfasste zudem mehrere Artikel zum Krieg im Jemen und der Politik Saudi Arabiens.

Veranstalter:
Friedensbündnis Heidelberg

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