Filmabend zur frz. Gelbwesten-Bewegung

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Dienstag, 13.09.2022
19.00 Uhr
[M]Cafe Gegendruck, Fischergasse 2

Filmabend zur französischen Gelbwesten-Bewegung

Frankreich 2018: Als Präsident Emmanuel Macron erst die Vermögenssteuer abschafft und kurz darauf die Steuern auf Benzin erhöht, kommt es landesweit zu Protesten, die am 17. November 2018 in einer Großdemonstration in gelben Westen ihr Erkennungszeichen finden. Tausende Blockaden werden organisiert, und immer wieder entstehen Kreisverkehrbesetzungen. Die heterogene Massenbewegung war keineswegs auf traditionell linke Spektren beschränkt, und unterschiedlichste politische Gruppierungen bis hin in die rechte Szene versuchten bei den Gelbwesten Fuß zu fassen.

Allerdings boten die Proteste durchaus Freiräume für linke Politik und Experimente der Selbstverwaltung.

Mit einem Dokumentarfilm versuchen François Langlais und Arthur Thouvenin, einen Blick auf eine Bewegung zu werfen, die auch aus deutscher Sicht schwer zu durchschauen ist. Im Mittelpunkt des Films steht ein fortschrittliches Projekt, das Ende 2018 in St.-Nazaire entstand: Die Gelbwesten-Aktivist*innen besetzten die Büroräume einer geschlossenen Verwaltungseinrichtung und benannten sie in "Maison du peuple" (Volkshaus) um. In den Hauptversammlungen und kollektiven Bauarbeiten des Volkshauses definierten sie die Welt, in der sie leben wollen. In dieser gemischten Gruppe wird Kilian entdeckt, ein 14-jähriger Schüler, der seit den ersten Stunden der Bewegung seine gelbe Weste trägt, sowie Esperanza, eine krankgeschriebene Arbeiterin und Mitglied der CGT, die beschlossen hat, ihre politische Komfortzone zu verlassen, indem sie sich dieser neuartigen Gruppe anschließt.

Der Film spürt den emanzipatorischen Ansätzen der Bewegung nach, lässt verschiedene Beteiligte zu Wort kommen und begleitet die Debatten, Konflikte und Aktionen rund um das "Maison du peuple".

Im Anschluss werden wir mit Genoss*innen aus Frankreich über den Film und die Gelbwesten in Frankreich (und Deutschland) diskutieren.

Veranstaltet von der AIHD/iL

Langtexte kommen meist von den VeranstalterInnen. Das Sozialforum ist hier nur Bote.