A Tale of Two Cities? Sprache, Kultur und postkoloniale Identität am Beispiel der Namen Mumbai und Bombay

Dienstag, 20.11.2018 , 19:00

Hörsaal 06, Neue Universität (Univesitätsplatz), 69117 Heidelberg

Langtexte kommen meist von den VeranstalterInnen. Das Sozialforum ist hier nur Bote.

Vortrag im Rahmen der Interdisziplinären Vortragsreihe (IVR) Heudelberg: www.ivr-heidelberg.de

Di, 20. November 2018

Hörsaal 06, Neue Universität (Univesitätsplatz), 69117 Heidelberg

Dominik Hetjens

(Germanistik, Heidelberg):

A Tale of Two Cities?

Sprache, Kultur und postkoloniale Identität am Beispiel der Namen Mumbai und Bombay

Sie ist eine der größten Städte der Welt, das Finanz- und Handelszentrum des gesamten Subkontinents sowie Heimat der größten indischen Unterhaltungsindustrie – die Hafenstadt Mumbai ist geprägt von ethnischer und religiöser Diversität, von Tradition und Moderne, Armut und Reichtum.

Bis heute beeinflusst die lange Kolonialgeschichte Kultur und Bild der Metropole, in der portugiesische und britische Machthaber ihre Spuren hinterlassen haben. Dies gilt für die Infrastruktur und äußere Gestalt der Viertel, etwa in Form von viktorianischen Baudenkmälern, aber auch für Institutionen, Kultur, Politik und nicht zuletzt Sprache. Im Jahr 1995 fand die offizielle Umbenennung von Bombay in Mumbai statt, der ältere Ortsname wird vielfach mit Fremdherrschaft in Verbindung gebracht.

Noch immer aber finden beide Bezeichnungen Verwendung, mit unterschiedlichen Konnotationen und Intentionen. Die Entscheidung für eine von ihnen steht unter dem Einfluss pragmatischer Erwägungen in verschiedenen kommunikativen Kontexten sowie sozialer Ordnungskategorien und deren Verflechtungen.

Der Vortrag erläutert sprachhistorische Hintergründe der verschiedenen Urbanonyme und geht anhand von Interviews mit Bewohnern der Stadt auf soziokulturelle Phänomene ein, die mit den Ausdrücken verknüpft werden. In der Unterscheidung der beiden Namen spiegeln sich zahlreiche Facetten des heutigen Mumbai, darunter soziale Hierarchien, politische Strömungen und kulturelle oder religiöse Praktiken. Sie illustriert eindrücklich, welchen Wert und Einfluss ein Ortsname haben kann.

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