Antiziganismus im Fussball

Mittwoch, 04.07.2018 , 20:00

Juz Friedrich Dürr in Mannheim

Langtexte kommen meist von den VeranstalterInnen. Das Sozialforum ist hier nur Bote.

Fans rufen „Zick, Zack, Zigeunerpack!“, beschimpfen den anderen Verein und seine Fans als „Zigeuner“. Bei allem Engagement gegen Diskriminierung von Fans, Vereinen und Verbänden sind dies nach wie vor alltägliche Phänomene in und um die Stadien. Die Sensibilisierung und Wahrnehmung für antiziganistische Vorfälle ist äußerst gering – eine Problematisierung bleibt zumeist aus. Dabei ist Antiziganismus ein weit verbreitetes Ressentiment: 2006 gaben in einer Repräsentativumfrage des Zentralrats Deutscher Sinti und Roma mehr als drei Viertel der befragten Sinti und Roma an, schon häufiger diskriminiert worden zu sein. Laut einer Studie aus dem Jahr 2016 stimmen mehr als die Hälfte der Deutschen antiziganistischen Aussagen zu. Pavel Brunßen thematisiert in diesem Vortrag, wie Antiziganismus in und um die Fußballstadien auftritt und wahrgenommen wird, welche Funktion Antiziganismus in der Gesellschaft innehat und ob es eine Spezifik des Antiziganismus im Kontext Fußball gibt.

Pavel Brunßen ist wissenschaftlicher und journalistischer Autor. Seine Arbeitsschwerpunkte sind Diskriminierung und Antidiskriminierung in Fußball-Fankulturen sowie Antisemitismus und Antiziganismus. Von 2012 bis 2017 war er Herausgeber und Chefredakteur des Transparent Magazins.

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