So kann´s nicht weiter gehen - Kongress gegen den neuen Rechtsruck

Samstag, 11.02.2017 , 09:30

bis 17:30, Mannheim, Jugendkulturzentrum FORUM, Neckarpromenade 46

Langtexte kommen meist von den VeranstalterInnen. Das Sozialforum ist hier nur Bote.

Ein Thema - sechs Workshops - viele Perspektiven

Mit DIDF-jugend,Mannheim gegen Rechts, Johanna Illgner (Bloggerin), Hannah («Purple Planet» Heidelberg), Lucius Teidelbaum (Historiker und Publizist)

Neurechte Formierungen, wie die AFD, Pegida oder «Besorgte Bürgerintiativen», sind rasant zu einer gesellschaftlich relevanten Kraft herangewachsen. Dadurch hat sich die Gesamtsituation für «die Linke» - d.h. für emanzipatorisch denkende und handelnde Menschen - deutlich verändert. Die «neue», in der Mitte der Gesellschaft verankerte Rechte ist aktiv und anschlussfähig. Sie wird von vielen Menschen als politisch legitime Größe/Kraft betrachtet.

Die altbewährten Antifa-Konzepte, wie Outings und Demoblockaden, scheinen nicht mehr zielführend zu sein und den Neurechten eher noch in die Hände zu spielen. Auch die klassischen «Bündnisse gegen Rechts» stoßen zunehmend an ihre Grenzen. Die Präsenz der Neurechten reduziert sich nicht nur auf einzelne «Events», wie es bei den klassischen Naziaufmärschen der Fall war. Die breiten, bunt durchmischten Bündnisse müssten sich auf eine dauerhafte Strategie und einen entsprechenden inhaltlichen Konsens einigen. Der Aufwand ist enorm. Zudem scheint es immer unklarer zu sein, mit wem man es eigentlich zu tun hat und wie mit den neuen politischen Gegner*innen umzugehen ist. Gleichwohl gibt es viele Gruppen, die sich durch die aktuelle Stärke neurechter Strömungen heraus gefordert oder bedroht fühlen. Für sie wird die Frage nach einem adäquaten Umgang mit ihnen immer dringlicher:

Wie reagieren Gewerkschaften darauf, dass viele ihrer Mitglieder plötzlich für eine Partei stimmen, die für eine Arbeitgeber*innen-freundliche Politik steht? Was macht die Antifa gegen eine Partei, die innerhalb kürzester Zeit gesellschaftlich akzeptierter ist, als es die NPD jemals war? Wie reagieren Feminist*innen auf immer populärer werdende Rollenbilder der Neurechten,die die Errungenschaften der Frauenemanzipation in Frage stellen? Wie ist es für junge Menschen mit Migrationshintergrund, wenn ihnen Rassismus in Parlament und Alltag als legitimer Standpunkt breiter Teile der Gesellschaft entgegen schlägt? Wie steht es um die vielen antirassistischen Initiativen, die sich inzwischen einer Situation gegenüber sehen, in welcher immer schärfere Gesetze gegen Geflüchtete verabschiedet werden?

Wir haben versucht Menschen aus unterschiedlichen politischen und gesellschaftlichen Bezügen einzuladen, um sie ihre Sicht auf das Problem der «Neuerechten» darstellen zu lassen und - gemeinsam mit euch - Handlungsmöglichkeigten zu diskutieren und auszuarbeiten. Die jeweiligen Hintergründe unserer Expert*innen unterscheiden sich dabei zum Teil deutlich hinsichtlich ihrer Eingebundenheit in gesellschaftliche Zusammenhänge, ihrer Tätigkeitsfelder und Handlungs- bzw. Aktionsformen. Wie gehen sie mit den jüngsten Entwicklungen um? Können die verschiedenen Gruppen voneinander lernen oder sogar neue gemeinsame Handlungsformen entwickeln? Nicht zuletzt bewegt uns die Frage, wie «linke» Ideen wieder attraktiv sein können und warum sie es zur Zeit ganz offensichtlich nicht sind.

Austausch und Kennenlernen bilden den Rahmen des Tages. Besonderes Vorwissen setzen wir bewusst nicht voraus.

Weiter Infos: <http://www.bw.rosalux.de/event/57451/so-kanns-nicht-weiter-gehen-kongress-gegen-den-neuen-rechtsruck.html>.

Veranstaltung in Kooperation mit INPUT Mannheim/Heidelberg und dem Stadtjugendring Mannheim im Rahmen des Jugendbildungsprogramms

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